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Arbeitskreis «Geschichte der Kartographie»


Übersicht (Periode 1989 bis 1999)

Bericht von Ingrid Kretschmer, Wien. Vgl. auch den Bericht von 1996.[1]


Lehre

Im Institut für Geographie der Universität Wien wird von Ingrid Kretschmer eine 3-teilige Vorlesung «Geschichte der Kartographie» weiter angeboten, die sich jedes 4. Semester wiederholt. Die Teilnehmerzahl schwankt derzeit zwischen 20 und 30 Studierenden.

Diplomarbeiten und Dissertationen aus diesem Fachgebiet werden im Institut für Geographie aber nur im Vergleich mit moderner Kartographie oder bei Einsatz modernster Technologien vergeben. Aus einer abgeschlossenen Diplomarbeit sowie aus einer noch fertig zu stellenden Dissertation berichteten 2 Absolventen beim 9. Kartographiehistorischen Colloquium in Rostock im Herbst 1998 (Norbert Hackner, Jens Hesche) (page symbolTagungsbericht zum Colloquium). Aus einer derzeit in Arbeit stehenden Dissertation erfolgte ein erster Bericht beim 9. Symposium der Internationalen Coronelli-Gesellschaft für Globen- und Instrumentenkunde in Berlin im Oktober 1998 (Andreas Riedl).

Im Institut für Geschichte der Universität Wien werden von Johannes Dörflinger ebenfalls Lehrveranstaltungen zum Thema Kartographiegeschichte angeboten. In den Jahren 1989 bis 1998 wurden am Institut für Geschichte der Universität Wien 9 Diplomarbeiten zu kartographiehistorischen Themen fertiggestellt, die alle im jährlichen Österreich-Bericht in den Kartographischen Nachrichten aufgelistet sind.



Forschung

Im Jahr 1995 wurde das von Ingrid Kretschmer geleitete Großprojekt Atlantes Austriaci, Österreichische Atlanten 1561–1994 abgeschlossen, die Ergebnisse sind als 2-bändiges (3-teiliges) Standardwerk in Wien erschienen.[2]

1994 wurde das unter der Leitung von Johannes Dörflinger stehende kartographiehistorische Forschungsprojekt «Katalog der Karten aus dem Verlag J.B. Homann, Homännische Erben und Fembo (Nürnberg 1702–1852)» neu in die Wege geleitet. Markus Heinz verfolgt hiebei das Ziel, die Kartenproduktion dieses Verlages über einen Zeitraum von 150 Jahren in Form eines detaillierten, modernsten wissenschaftlichen Erfordernissen gerecht werdenden karto-bibliographischen Kataloges aufzuarbeiten. Durch den Abgang von Markus Heinz nach Berlin gilt das Projekt im Augenblick als unterbrochen.

Im Jahr 1997 hat auch die Internationale Coronelli-Gesellschaft für Globen- und Instrumentenkunde (Sitz in Wien) das Großprojekt der Dokumentation von Erd- und Himmelsgloben in österreichischen Sammlungen vollendet. Die Ergebnisse liegen in einem reich ausgestatteten Sammelband vor.[3]

Die Ergebnisse mehrerer kleinerer Projekte sind als Abhandlungen erschienen und jährlich in der Bibliographia Cartographica nachgewiesen.

Im Jahr 1998 hat sich der Arbeitskreis «Geschichte der Kartographie» innerhalb der Österreichischen Kartographischen Kommission neu konstituiert. Ihm gehören derzeit folgende Mitglieder an: Johannes Dörflinger (Vorsitzender), Karl Fischer, Ingrid Kretschmer, Jan Mokre und Franz Wawrik. Die zu verfolgenden Aufgaben werden neu definiert.


Öffentlichkeitsarbeit

Vorträge, Kongresse, Symposien

Österreichische Kartographiehistoriker bestreiten ein umfangreiches Vortragsprogramm im In- und Ausland. Die Programme der Kartographiehistorischen Colloquien in Karlsruhe (1988), Oldenburg (1990), Berlin (1992), Duisburg (1994), Bern (1996) und Rostock (1998) sowie die entsprechenden Tagungsbände weisen dies nach. Auch zu den Internationalen Konferenzen zur Geschichte der Kartographie in Amsterdam (1989), Uppsala und Stockholm (1991), Chicago (1993), Wien (1995) und Lissabon (1997) reisten immer Österreicher an, hielten Vorträge und leiteten Sitzungen. Einen Höhepunkt stellte die Organisation der 16. Internationalen Konferenz zur Geschichte der Kartographie 1995 in Wien dar.

Auch alle in dieser Periode abgehaltenen Symposien der Internationalen Coronelli-Gesellschaft für Globen- und Instrumentenkunde in Budapest (1989), Prag (1994) und Berlin (1998) wurden gemeinsam mit österreichischen Mitgliedern organisiert und auch inhaltlich stark mitgetragen.

Ausstellungen

Seit den 1980er Jahren werden sowohl in Österreich immer wieder kartographiehistorische Ausstellungen geboten, wie auch Österreicher bei Ausstellungen im Ausland mitwirken.

Ausstellungen im Inland:

1989
«Austria Picta – Österreich auf alten Karten und Ansichten». Wien, Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek (mit Katalog).
«100 Jahre Spezialkarte der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1:75'000» und «Die 4. Landesaufnahme von Österreich – Geschichte und Herstellung eines Kartenwerkes». Wien, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen.

1992
«Die Neue Welt. Österreich und die Erforschung Amerikas». Wien, Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek (mit Katalog).

1994
«70 Jahre Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen». Wien.

1995
Aus Anlaß der 16. Internationalen Konferenz zur Geschichte der Kartographie in Wien wurden 6 Ausstellungen gezeigt:
«Kartographische Raritäten der Sammlung Woldan» (mit Katalog).
«Kartographische Zimelien der Österreichischen Nationalbibliothek» (mit Buch).
«Das ist die Stat Wienn» (mit Katalog).
«Niederösterreich im alten Kartenbild» (mit Katalog).
«Karten, Atlanten und Globen des ältesten Wiener Klosters» (mit Katalog).
«Geländedarstellung – von der Maulwurfshügelmanier zum digitalen Geländehöhenmodell» (mit Katalog).

1996
«Per aspera ad astra – Friedrich Simony zum 100. Todestag». Wien, Universitätsbibliothek (mit Friedrich-Simony-Gedenkband).

1997
«Mit Zeichenstift, Kamera und Winkelspiegel – Die Landschaften des Friedrich Simony». Wien, Naturhistorisches Museum.
«Farbe, Licht und Schatten – Die Entwicklung der Reliefkartographie seit 1660». Wien, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (Übernahme einer Ausstellung des Schweizerischen Alpinen Museums Bern im Rahmen von D-A-CH, mit Katalog).

1998
«Druckkunst oder Kunstdruck, 200 Jahre Steindruck – Die Lithographie im Wandel der Zeiten». Wien, Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

1999
«Kostbarkeiten aus der Bibliothek der Österreichischen Geographischen Gesellschaft». Wien, Österreichisches Staatsarchiv (mit Katalog).

Teilnahme österreichischer Kartographiehistoriker an Ausstellungsprojekten im Ausland:

1989
«Modell von Erde und Raum». Budapest, Iparmüvészeti Museum; gestaltet von Mitgliedern der Internationalen Coronelli-Gesellschaft aus Wien.

«Die Welt in Händen. Globus und Karte als Modell von Erde und Raum». Berlin, Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz; gestaltet unter Mitwirkung von Mitgliedern der Internationalen Coronelli-Gesellschaft aus Wien.

1993–1995
«Flüsse im Herzen Europas. Rhein – Elbe – Donau. Kartographische Mosaiksteine einer europäischen Flußlandschaft». Bonn, Bremerhaven, Regensburg, Hamburg. Mitwirkung von Ingrid Kretschmer und Franz Wawrik.

1995
«Vierhundert Jahre Mercator – Vierhundert Jahre Atlas». München, Bayerische Staatsbibliothek. Mitwirkung von Johannes Dörflinger, Markus Heinz, Ingrid Kretschmer und Franz Wawrik.

1999
«Heinrich Kiepert (1818–1899) und die Berliner Geographie und Kartographie im 19. Jahrhundert». Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin. Mitwirkung von Johannes Dörflinger.


Vgl. auch den Ausblick auf die nächsten Jahre.


Anmerkung

  1. Kretschmer, Ingrid: Arbeits-, Forschungs- und Projektbereich «Kartographiegeschichte». In: Kartographie in Österreich '96. Hrsg. Ingrid Kretschmer und Karel Kriz. Wien, 1996. (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 9). S. 153–164. [^]
  2. Kretschmer, Ingrid und Dörflinger Johannes (Hrsg.): Atlantes Austriaci. Österreichische Atlanten 1561–1994. Wien, 1995. 2 Bände.
    1. Band: Österreichische Atlanten 1561–1918.
    2. Band: Österreichische Atlanten 1918–1994. [^]
  3. Allmayer-Beck, Peter E.: Modelle der Welt. Erd- und Himmelsgloben. Kulturerbe aus österreichischen Sammlungen. Wien, 1997. [^]

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