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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Reisekarten der Schweiz: von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert

Das erste Beispiel einer Reisekarte ist die streifenförmige Tabula Peutingeriana oder «Peutingersche Tafel» aus dem 12. Jahrhundert. Sie zeigt das Strassennetz im spätrömischen Reich von den Britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis nach Indien und Zentralasien.

Es dauerte dann bis Ende des 15. Jahrhunderts, bis aus den handgeschriebenen und später auch gedruckten Itinerarien die ersten Pilgerkarten mit geographisch richtiger Orientierung entstanden. Die Zunahme von Handels- und Bildungsreisenden sowie die Pilgerfahrten bildeten den Hauptgrund zur Entwicklung dieses Kartentyps. Das herannahende Heilige Jahr 1500 und das mit ihm verbundene Bedürfnis zu einer Reise nach Rom förderte die Herausgabe von Pilgerkarten in Mitteleuropa. Die Schweiz bildete hier ein wichtiges Durchgangsland.

Wegen des thematisch praktisch gleichen Inhaltes entstanden aus den Pilgerkarten gleichzeitig die ersten Landstrassen-Karten von Erhard Etzlaub (1501) und Georg Erlinger Das heilig Römisch reich mit allen landtstrassen usw. (1515). Ein Jahrhundert später führte die Intensivierung des Postverkehrs zu einem weiteren Kartentyp, der zusätzlich Routen, Wegdistanzen und Reisezeiten beinhaltete.

Der aufkommende Fremdenverkehr in die Schweiz interessierte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts neben den Städten sehr stark für das Berner Oberland. Das lag an der aufkeimenden Naturbegeisterung der Aufklärungszeit mit den relativ leicht erreichbaren, geheimnisumwitterten Phänomenen der Gletscher und der Wasserfälle. Dazu entstanden rasch eine umfangreiche Reiseliteratur sowie entsprechendes Kartenmaterial.

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildete die Pferdepost das einzige öffentliche Verkehrsmittel. Ab 1837 befuhren dampfbetriebene Schiffe regelmässig den Oberrhein bis Basel. 1844 wurde die Eisenbahnlinie Strassburg–Basel bis in die Innenstadt fertiggestellt und ein regelmässiger Fahrplan eingeführt. Gleichzeitig wurde die Erste Post & Dampfschifffahrt Reise Carte der Schweiz mit einer Signatur für die Eisenbahn ergänzt und neu gedruckt. Diese kleinmassstäbigen Karten dienten weniger der lokalen Orientierung, sondern der Übersicht über das gesamte Verkehrsnetz.

Beginnend mit dem Cyclists' Touring Club (CTC) 1878 entstanden in ganz Europa nationale Radfahrerorganisationen. Das erste Verkehrsmittel für Individualreisende war geboren, vor allem mit der Erfindung von Dunlops Luftreifen im Jahre 1888. Zum Radfahren über grössere Entfernungen benötigte man spezielle Informationen, was einen weiteren Kartentyp erforderte. Um die Jahrhundertwende war die technische Entwicklung von Motorrädern und Autos so weit fortgeschritten, dass die Verleger die Titel der Radfahrerkarten änderten, um die motorisierten Nutzer einzubeziehen.

Mit dem 1863 gegründeten Schweizer Alpen-Club (SAC) wurden in der Schweiz erste institutionalisierte Wanderkarten herausgegeben. Weil in den Anfängen des Wanderns im heutigen Sinne das Routennetz noch nicht so dicht war, kombinierten die Herausgeber oftmals den Sommer- mit dem Wintertourismus und benannten ihr Werk treffend Exkursionskarten. Neben den Passübergängen, Saumpfaden und Alpwegen gab es noch keine touristischen Informationen; eine farbige Kennzeichnung von empfohlenen Wanderwegen erfolgte erst nach der Jahrhundertwende.

Preis: Schweiz CHF 25.–, Europa/Übersee CHF 28.– (inklusive Versand). (Bestelladresse)


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