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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Madlena Cavelti Hammer:

Jean-Frédéric d'Ostervald und seine Karte des Fürstentums Neuenburg von 1838 bis 1845

Cartographica Helvetica 9 (1994) 3–12

Zusammenfassung:

Jean-Frédéric d'Ostervald (1773–1850) war Spross einer einflussreichen Familie der Stadt Neuenburg. Er befasste sich während Jahren mit Vermessung und Kartographie und publizierte zwei grundlegende Karten seines Heimatkantons. Die erste Karte im Massstab 1:96 000 wurde 1811 gedruckt und zeigte das Gelände mit Schraffen in Schrägbeleuchtung nach französischem Vorbild. Die ursprüngliche Idee einer Vermessung im Massstab 1:5000 musste d'Ostervald wegen der angespannten finanziellen Lage des in Neuenburg herrschenden preussischen Staates und wegen der napoleonischen Kriege aufgeben. Ostervald ging nach Paris, wo er einige Jahre als mehr oder weniger erfolgreicher Verleger von Kunstbüchern tätig war.

Eine zweite, überarbeitete Version seiner Karte von Neuenburg erschien 1837. Unter dem Einfluss des Generals Guillaume Henri Dufour war d'Ostervald gleichzeitig mit der Triangulation erster und zweiter Ordnung beschäftigt. Er bestimmte ausserdem mehr als 1800 Höhenpunkte. Die darauf folgenden, sehr genauen topographischen Aufnahmen im Massstab 1:10 000 wurden durch eine Gruppe von sechs Mitarbeitern auf 1:25 000 reduziert. Zu diesen Zeichnern gehören Johann Rudolf Stengel, Henri L'Hardy und Rudolf Mohr.

Als Resultat entstanden drei Serien zu je 16 mehrfarbigen Blättern, die den ganzen Kanton Neuenburg abdecken. Diese handgezeichneten Originale konnten zu jener Zeit aus technischen Gründen nicht direkt reproduziert werden. Eine Strassenkarte im Massstab 1:400 000 ist das letzte Meisterwerk von d'Ostervalds langer und ruhmreicher Karriere, für die er hart kämpfen musste.


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