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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Kurt Guckelsberger:

Das moderne Kartenbild von Europa auf der Carta Itineraria Waldseemüllers von 1511/1520

Cartographica Helvetica 48 (2013) 34–48

Zusammenfassung:

Martin Waldseemüllers dritte grosse Schöpfung nach der Weltkarte von 1507 und vor der Carta Marina von 1516 ist die weniger bekannte Carta Itineraria Evropae von 1511. Der Zufallsfund einer Kartenskizze des Weges von Tübingen nach Rom in Johannes Stöfflers Manuskript zur Geographie des Ptolemäus, die als Auszug aus der Carta Itineraria identifiziert wird, gibt den Anlass zu untersuchen, wie weit die Modernisierung des ptolemäischen Kartenbildes schon so früh gediehen war. An Hand einer detaillierten Analyse der Kartenskizze Stöfflers und im Vergleich mit einschlägigen zeitgenössischen Arbeiten wie die so genannte «Romweg-Karte» von Etzlaub (ca. 1500) und die Tabula Moderna Italie aus der Ptolemäus-Ausgabe des Marco Beneventanus (1507 und 1508) kann gezeigt werden, dass sowohl Routeninformationen als auch Portolankarten und neue Breitengrad-Bestimmungen in die Weiterentwicklung eingeflossen sind. Bereits dieser kleine Ausschnitt zeigt, wie fortschrittlich die Carta Itineraria angelegt war. Stöffler hat dies offensichtlich erkannt und sie zu seiner Neuausgabe des Ptolemäus herangezogen, während spätere Epigonen wie Erlinger 1524 diese Vorzüge nicht erkannten und nutzten.


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