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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Andreas Christoph:

Vom Atlas des ganzen Erdkreises zum Erdkubus von Christian Gottlieb Reichard (1803)

Cartographica Helvetica 43 (2011) 19–27

Zusammenfassung:

Friedrich Justin Bertuch (1747–1822) kann als erfolgreichster Verleger von Geographica und Cartographica im Weimar der Goethezeit bezeichnet werden. 1791 gründete er das Landes-Industrie-Comptoir, aus dem er 1804 das Geographische Institut ausgliederte. Unter seiner Leitung entstanden dort Karten, Atlanten und Globen sowie zahlreiche Lehrbücher und periodische Zeitschriften wie die Allgemeinen Geographischen Ephemeriden. Zusammen mit dem Nebentätigkeitskartographen Christian Gottlieb Reichard (1758–1837) und dem Astronomen Franz Xaver von Zach (1754–1832) entstand der Atlas des ganzen Erdkreises, nach den besten astronomischen Bestimmungen neuesten Entdeckungen und eigenen Untersuchungen in der Central-Projection auf VI Tafeln, der 1803 veröffentlicht wurde. Nicht nur die Projektionsart ist bei diesem Atlas ungewöhnlich umgesetzt. Als weitere Präsentationsmöglichkeit wurden die sechs Kartenblätter – auf einen würfelförmigen Körper aufgezogen – als Erdkubus angeboten. Im Vergleich zu der Vielzahl weiterer Karten, Atlanten und Globen aus dem Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs und des Geographischen Instituts sticht der Erdkubus hervor. Dennoch gelang es Bertuch nicht, diese ungewöhnliche Kombination der gnomonischen Azimutalprojektion nachhaltig auf dem spezifischen Wissensmarkt für Cartographica und Geographica zu etablieren.


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