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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Ingrid Kretschmer:

Carl Sonklars «Atlas» der Ötztaler Gebirgsgruppe – ein früher Gletscheratlas der Ostalpen

Cartographica Helvetica 25 (2002) 11–20

Zusammenfassung:

Seit der Erstellung von Regionalkarten im 16. Jahrhundert sind Gletscher als Objekte der Topographie und Kartographie bekannt. Zu vagen Erfahrungen durch Reisen und Alpenquerungen traten ab dem 18. Jahrhundert die Erkenntnis des Naturphänomens «Wasserschatz» und die ersten wissenschaftlichen Forschungen. Botanische Sammlungen und Klassifizierungen schufen eine erste einheitliche Form des Zuganges, der Einsatz von Thermometer und Barometer lieferte rudimentäre Datensätze für die Meteorologie, ab Mitte des 18. Jahrhunderts auch für die Höhenmessung. Reisende Naturforscher und Militärtopographen zählten zu den ersten Personengruppen, die in die Gipfelregionen und Gletschergebiete der Alpen vordrangen.

Nach Beherrschung der astronomischen Ortsbestimmung und Einsatz der Triangulation entstanden in den Ostalpen neue trigonometrische Grundlagen und die ersten exakten Spezialkarten. Gleichzeitig entwickelten sich neue Zweige der Naturwissenschaften, die spezialwissenschaftliche Mess- und Kartierungsdaten erbrachten. Nach 1830 erlebte die Glaziologie ihre volle Entfaltung und es entstanden die ersten umfassenden wissenschaftlichen Werke der Ostalpen. Zu den ersten erfolgreichen Vertretern zählte in Österreich Carl Sonklar, der mit seinem Atlas zur Gebirgsmonographie der Ötztaler Alpen den ersten in Farben gedruckten Gletscheratlas einer ostalpinen Gebirgsgruppe und einen neuen Typ von Übersichtskarten vergletscherter Gebiete schuf. Die grossmassstäbigen Gletscherkarten dienten einer vergleichenden kartometrischen Auswertung und ersten quantitativen Beschreibung der Gletscher.


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