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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Oswald Dreyer-Eimbcke:

Vasco da Gamas Seefahrt nach Indien vor 500 Jahren: Historische Bedeutung und kartographische Aspekte

Cartographica Helvetica 18 (1998) 41–49

Zusammenfassung:

Am 20. Mai 1598 landete der Portugiese Vasco da Gama als erster Europäer nach erfolgreicher Umsegelung Afrikas in Indien. Mit dem Erreichen des Indischen Ozeans schuf Vasco da Gama für Portugal die Grundlage für den Aufstieg seines Landes zur meerbeherrschenden Macht, die ihren Anspruch auf die «Weltherrschaft» mindestens ein Jahrhundert lang nur mit Spanien teilen musste.

War vorher der Zwischenhandel mit dem Orient die Grundlage der Blüte der oberitalienischen Städte gewesen, an denen auch die oberdeutschen Städte als weitere Vermittler nach dem Norden teilgenommen hatten, so verlagerte sich der so ertragreiche Handel jetzt nach den Anliegerstaaten des Atlantischen Ozeans, zuerst nach Portugal und Spanien. Bereits 1505 betrug der Preis für Pfeffer in Lissabon nur noch einen Fünftel dessen in Venedig.

Indien war schon vor Vasco da Gamas Seefahrt kartiert:

  • in Portolanen, wo zum Teil bereits das Südende des afrikanischen Erdteils erkennbar ist,
  • in Ptolemäus-Karten, wo es im Gegensatz dazu kein Südkap gibt und der Indische Ozean als riesiges Binnenmeer dargestellt wird,
  • auf kreisförmigen Weltkarten mit einer verhältnismässig kurzen Süderstreckung Afrikas.

Die Erkenntnisse, die die Reisen Vasco da Gamas und danach Pedro Alvares Cabrals erbracht hatten, wirkten sich binnen kürzester Frist auf das Kartenbild aus. Auf der so genannten Cantino-Karte von 1502 sind die Ergebnisse der portugiesischen Entdecker bereits deutlich erkennbar.


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