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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Gustav Forstner:

Zwei Konstruktionsmethoden von Verzerrungsgittern zur Untersuchung alter Karten

Cartographica Helvetica 18 (1998) 33–40

Zusammenfassung:

Verzerrungsgitter sind ein Hilfsmittel, um einen Überblick über die Anlagefehler der alten Karten zu erhalten. Das Konzept der geometrischen Konstruktion bzw. der Konstruktion mit Hilfe eines mittleren Massstabes von Verzerrungsgittern stellt bewusst die Anschaulichkeit vor die Reproduzierbarkeit des Ergebnisses. Eine völlig objektive Konstruktion der Gitter ist mit diesen Methoden nicht möglich, da die Auswahl der Punkte, die in die Konstruktion einer bestimmten Linie mit eingebunden werden oder auch das Ausscheiden stark fehlerhafter Punkte, subjektiv erfolgt. Sie ist aber auch aus Gründen der fehlenden Massstabskonstanz der alten Karten und der oft äusserst unregelmässigen Verteilung der identifizierbaren Punkte nicht erreichbar.

Vor allem in Gebieten mit nur wenigen geeigneten Punkten besteht die Tendenz, auch weiter entfernte Punkte zur Konstruktion mit heranzuziehen oder über weitere Strecken zu interpolieren und so das Ergebnis zu verfälschen. Diese Probleme treten auch in geringerem Umfang bei der Berechnung von Verzerrungsgittern auf. Da diese Berechnungen weitgehend automatisch ablaufen, ist aber darauf zu achten, dass die Gitter nur für solche Gebiete ausgegeben werden, die ausreichend durch in der Nähe der Linien gelegene Punkte abgesichert sind.

Alle Gitterlinien lassen sich, wenn auch nicht in ihrer Tendenz, so doch in Einzelheiten durch frei wählbare Parameter beeinflussen. Vor jeder weiteren Auswertung von aus solchen Gittern abgeleiteten Daten ist daher die Frage zu prüfen, ob deren Absicherung ausreicht, um weitergehende Schlüsse zu erlauben.


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