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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Urban Schertenleib:

Fridolin Becker (1854–1922): Topograph, Kartograph, Innovator

Cartographica Helvetica 15 (1997) 3–10

Zusammenfassung:

Das Werk Fridolin Beckers (1854–1922) zur Entwicklung der Geländedarstellung stellt heutzutage einen wichtigen Beitrag zur Schweizer Kartenherstellungstechnik dar. Becker arbeitete mehrere Jahre beim Eidgenössischen Topographischen Bureau und wurde 1884 zuerst Assistent und später Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (Zürich). In dieser Funktion beeinflusste Becker die Kartographie nachhaltig, denn er zeichnete nicht nur viele Karten, er baute auch topographische Reliefmodelle und publizierte bemerkenswerte Bücher mit Grundlagewissen. Einer seiner Schüler war Eduard Imhof, später Beckers Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Kartographie.

Es war Becker, der unermüdlich topographische Karten mit Relieftönen publizierte und der ebenfalls Wege suchte, den dreidimensionalen Eindruck auf dem Papier darzustellen. 1889 stellte er eine Karte des Kantons Glarus mit einer aussergewöhnlichen Reliefschattierung her, die sowohl auf der geometrischen Genauigkeit der Höhenkurven als auch auf der systematischen Anwendung der Farbgesetze (die aus der Kunst bekannt sind) basierte. Zwanzig Jahre danach benutzte er seine grosse Erfahrung, um ein Farbschema für den Schweizerischen Mittelschulatlas zu entwerfen. Glarner Karte und Atlas ermöglichen es, Beckers Farbgebungsversuche als von ihm selbst geforderte Entwicklung zu verstehen. Seine Karten faszinieren heute noch durch ihre Synthese von wissenschaftlicher Genauigkeit und künstlerischer Freiheit.


Bibliographische Anmerkung

  • Bearbeitete Version des Vortrages, gehalten am 8. Kartographiehistorischen Colloquium, Bern, 3. bis 5. Oktober 1996.
  • Ebenfalls erschienen als: Fridolin Becker (1854–1922): Topograph, Kartograph, Innovator. In: 8. Kartographiehistorisches Colloquium Bern 1996. Vorträge und Berichte. Hrsg. Wolfgang Scharfe. Murten, 2000. (Cartographica Helvetica Sonderheft 16). S. 17–28.

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