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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Madlena Cavelti Hammer und René Brandenberger:

Das Linthwerk (1807–1822)

Cartographica Helvetica 14 (1996) 11–19

Zusammenfassung:

Während des 18. Jahrhunderts wurde der Kanton Glarus mit einer rasch wachsenden Bevölkerung und dem Bau einer grossen Anzahl von Textilfabriken konfrontiert. Die meisten der umliegenden Wälder wurden gerodet und als Brenn- oder Bauholz verwendet. Und während vielen Jahren führten unüblich heftige Regenfälle und Schneeperioden zu Überschwemmungen, Hunger und Malaria.

Der Kanton Bern besass bereits grosse Erfahrung im Damm- und Kanalbau, und sein Ingenieur Andreas Lanz schlug dann auch ein erstes Projekt zur Korrektion der Linth vor. Aber es sollten nochmals zwanzig Jahre vergehen, bis die ersten Schritte ausgeführt werden konnten.

Im Jahre 1804 zeichnete Hans Conrad Escher (1767–1823) den Plan des Ausflusses des Wallensees und des Laufs der Linth bis in den Zürichsee . . . im Massstab 1:46 000. Darin wurde vorgeschlagen, die Linth in den als natürliches Reservoir dienenden Walensee umzuleiten. Von dort sollte die gezähmte Linth in einem Kanal dem Zürichsee zugeführt werden. Um dieses gewaltige Projekt finanzieren zu können, wurde die erste Aktiengesellschaft der Schweiz gegründet.

Escher begann die Arbeiten nur mit einer handvoll technisch ausgebildeter Leute, aber dazu mit 1000 einheimischen Arbeitern. Die Berechnung des Gefälles und die Nivellementsarbeiten wurden vom Zürcher Astronomen und Ingenieur Johannes Feer durchgeführt. Für die hydrotechnischen Detailarbeiten engagierte Escher den fähigsten Wasserbauer der Zeit, Johann Gottfried Tulla aus Baden, Deutschland.

Für die ganzen Arbeiten wurden fünfzehn Jahre benötigt. Das Resultat wurde schon bald das grösste Sozialwerk der Zeit genannt. Dafür wurde Escher mit dem Titel «von der Linth» geehrt. Nur nebenbei sei noch erwähnt, dass Escher auch ein bedeutender Alpinist und begabter Künstler war. Er zeichnete auf seinen zahlreichen Reisen mehr als 900 Panoramen und Landschaftszeichnungen.


Bibliographische Anmerkung

  • Vgl. auch: Errata. In: Cartographica Helvetica 15 (1997) S. 45.

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