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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Peter H. Meurer:

Hintergründe und Analysen zu Tobias Mayers «Kritischer Karte von Deutschland»

Cartographica Helvetica 12 (1995) 19–26

Zusammenfassung:

1750 erschien im Nürnberger Verlag der Homännischen Erben die Germaniae … mappa critica von Tobias Mayer. Ihr wird in der Literatur übereinstimmend ein hoher Stellenwert in der Entwicklung des modernen Kartenbildes von Mitteleuropa eingeräumt. Die im Rahmen des Trierer Editionsprojektes «Corpus der älteren Germania-Karten» durchgeführten Arbeiten an einer Systematisierung der älteren Kartengeschichte Mitteleuropas ergaben den Anlass, dieses so hoch eingestufte Werk erneut zu untersuchen. Die Durchsicht des Schrifttums ergab eine Einordnung, die stark zu wünschen übrig lässt.

Die Wertung dieser Karte hat zunächst vom vorgesehenen Verwendungszweck auszugehen: der Funktion als mathematisch-kartographisches Normblatt für Regionalkarten des deutschen Raumes. In dieser Hinsicht bietet sie in ihrer Anlage einige Ansätze zu erheblicher Kritik:

  • Einige Regionen sind überaus arm an Inhalten: Westfalen, Friesland, Braunschweig usw.
  • Das Verständnis Tobias Mayers der «Germania» erscheint reichlich unklar, denn die linksrheinischen deutschen Territorien bleiben aussen vor.
  • In der Graduierung im Kartenrand sind nur die vollen Grade gezählt. Das Herausmessen der Ortskoordinaten ist nur bis auf ca. 5' genau möglich.

Wenn schon von Meilensteinen in der deutschen Kartographie die Rede sein soll, dann kommt ein solcher Rang weniger der Germaniae … mappa critica als Karte selbst zu als vielmehr der Idee und dem Programm, die ihr zugrunde lagen, aber nie realisiert wurden.


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