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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Martin Rickenbacher:

Das Alpenpanorama von Micheli du Crest. Frucht eines Versuches zur Vermessung der Schweiz im Jahre 1754

Cartographica Helvetica 11 (1995) 21–34

Zusammenfassung:

Jacques-Barthélemy Micheli du Crest (1690–1766), ein Physiker und Geodät aus Genf, musste das letzte Viertel seines Lebens als Staatsgefangener auf der Festung Aarburg verbringen. Während dieser Zeit konstruierte er den Prospect Geometrique, welcher als erstes wissenschaftliches Alpenpanorama gilt.

Micheli du Crest hatte keine Möglichkeiten, moderne Vermessungsinstrumente wie Theodoliten oder Teleskope zu benutzen. Daher entwickelte er seine eigenen Instrumente und Methoden, darunter eine 8 m lange Dachrinne, die er mit Wasser füllen liess. Auf der den Bergen zugewandten Seite dieser gigantischen Wasserwaage wurde ein kleines Stäbchen solange nach oben geschoben, bis dessen Spitze, der Berg und Michelis Auge eine Linie bildeten. Aus der Länge des Stäbchens, derjenigen der Dachrinne und der Distanz zum gesuchten Berg wurde anschliessend die Gipfelhöhe bestimmt. Die Distanz zum Berg entnahm Micheli der berühmten Karte von Scheuchzer (1712). Wissenschaftler wie Albrecht von Haller unterstützten ihn hinsichlich der Benennung der Berge.

Trotz der primitiven Hilfsmittel, der ziemlich ungenauen Distanzbestimmung anhand der einzigen verfügbaren Karte sowie der Nichtberücksichtigung der atmosphärischen Refraktion erreichte er im Vergleich mit den heute angewendeten Methoden bemerkenswerte Resultate. Zum Vergleich seiner Landschaftsdarstellung wurde die Alpensicht von Aarburg aus dem Digitalen Höhenmodell 1:25 000 (DHM25) berechnet.


Bibliographische Anmerkung

  • Ebenfalls erschienen als: Das Alpenpanorama von Micheli du Crest – Frucht eines Versuches zur Vermessung der Schweiz im Jahre 1754. Murten, 1995. (Cartographica Helvetica Sonderheft 8).

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