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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Kazutaka Unno (海野一隆):

Japankarten für Gebetsriten sowie als Talisman

Cartographica Helvetica 10 (1994) 20–23

Zusammenfassung:

Auf den frühen Karten Japans wurden die Küsten und Grenzen zwischen den Provinzen als fliessende Kurven dargestellt. Als gemeinsames Charakteristikum zeigen sie die Hauptstrassen, die von der Provinz Yamashiro (mit Kyoto als Hauptstadt Japans seit 794) ausgehen.

Mehr als die Hälfte dieser Karten tragen eine Inschrift, die Gyōki (行基) (668–749), einen buddhistischen Priester der Nara-Periode, als Autor nennen.

Inschriften in buddhistischen Schriften weisen darauf hin, dass Japan ähnlich wie die Spitze eines «tokko» geformt sei. Daher mussten alle Karten das östliche Ende von Honshu zugespitzt zeigen. Der «tokko» ist eine kurze Stange aus Eisen oder Kupfer, die ursprünglich von indischen Bettelmönchen als Selbstverteidigungswaffe verwendet worden war. Später entwickelte er sich zu einem buddhistischen Symbol der Stärke. Auf den Karten wurde Japan damals zudem genau von Osten nach Westen ausgerichtet. Solche Karten wurden zu zeremoniellen Zwecken verwendet.

Seit Beginn des 17. Jahrhunderts wurde damit begonnen, die Karten des Gyōki-Typs zu drucken. Damit wurden sie weiter verbreitet. Unter diesen Karten ist eine nach Osten orientiert und mit einem Drachen, der sich um einen Archipel windet, versehen. Dieser Typus von Japankarten verbindet die Eigenschaften eines Glücksbringers, der Erdbeben abzuwehren vermag, mit dem Geschick, Erdbeben vorherzusagen. Im Lauf der Zeit wurde der Drachen durch einen «namazu» (Katzenwels) ersetzt, der fortan als Verursacher der Erdbeben galt.


Bibliographische Anmerkung

  • Artikel aus dem Englischen übersetzt von Thomas Klöti, Bern, und Haruko Kishimoto, Zürich.
  • Bearbeitete Version des Vortrages, gehalten an der 15. Internationalen Konferenz zur Geschichte der Kartographie, Chicago, 21. bis 25. Juni 1993.
  • Ebenfalls erschienen als: Maps of Japan used in prayer rites or as charms. In: Imago Mundi 46 (1994) S. 65–83.

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