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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Kurt Bretterbauer:

Zur Genauigkeitsbeurteilung alter Karten

Cartographica Helvetica 8 (1993) 47–49

Zusammenfassung:

Kürzlich wurde von Peter Mekenkamp eine neue Methode zur Genauigkeitsbeurteilung von alten Karten publiziert. Beschreibung der Methode: Es wird eine Auswahl eindeutig identifizierter Punkte ausgewählt, ihre Lage digitalisiert und die gegenseitige Lage aller Punkte berechnet. Einer modernen Karte werden die geographischen Koordinaten derselben Punkte entnommen und ihre Distanzen berechnet. Die Differenzen zwischen den beiden Kartendistanzen ergeben die Lagegenauigkeit jedes einzelnen Punktes der alten Karte. Diese Abweichungswerte werden als Radien zur Konstruktion von Kreisen verwendet und damit die Genauigkeitsverhältnisse visualisiert.

Dieses einfache, sehr effiziente Verfahren lässt aber die Frage offen, in welcher Richtung die Messpunkte falsch liegen und wie sie zu verbessern wären. Im vorliegenden Beitrag wird dieses Problem gelöst, indem ein in der Geodäsie längst bekannter Algorithmus zur Ausgleichsrechnung angewendet wird. Solche Verfahren liefern eine optimale Anpassung an die «wahre» Lage ausgewählter Punkte und ergeben auch Vektoren, die eine notwendige Verschiebung der Ist- in die Soll-Lage aufzeigen.

Die Methode von Mekenkamp, ergänzt mit einer geodätischen Ausgleichsrechnung, wird am Beispiel der Übersichtskarte des Atlas tyrolensis (1774) von Peter Anich und Blasius Hueber gezeigt.


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