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Cartographica Helvetica


Zusammenfassung

Peter H. Meurer:

Das Druckprivileg für Matthäus Seutter

Cartographica Helvetica 8 (1993) 32–36

Zusammenfassung:

Der Kupferstecher und Verleger Matthäus Seutter (1678–1756) gründete 1707 in Augsburg seine eigene Firma. Er publizierte sehr erfolgreich Karten, Atlanten und Globen. Seine Karten liegen teilweise in bis zu fünf verschiedenen Zuständen vor:

  1. auf denen sich Seutter als Chalcographus bezeichnet (bis 1727)
  2. auf denen die Gitterlinien durchgezogen sind (ab 1727)
  3. auf denen Seutters Berufsbezeichnung zu Geographus geändert ist (ab 1731)
  4. auf denen der Vermerk über das Druckprivileg hinzugefügt ist (ab 1741)
  5. auf denen der Name Seutters durch denjenigen seines Nachfolgers ersetzt (Tobias Conrad Lotter) oder ergänzt (Johann Michael Probst) wurde

Das Druckprivileg wurde Seutter vom Reichsvikariatsgerichtshof, der während des Interregnums zwischen 1740 und 1742 in Augsburg tagte, am 31. Juli 1741 erteilt. Obschon das Privileg nur für gewisse Teile des Heiligen Römischen Reiches (Rheinland, Schwaben und dem Gebiet fränkischen Rechts) galt, dürfte dies in der Praxis keine Einschränkung gewesen sein.

Warum Seutter erst ein Vierteljahrhundert nach der Gründung des Verlages ein Privileg beantragt hat, kann nicht endgültig beantwortet werden: war es, weil er erst ab dieser Zeit eigene Originalkarten publizierte, oder weil er als zielstrebiger Geschäftsmann nur die Gelegenheit des in seinem Wohnort tagenden Gerichtshofes nutzte?


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